Einsatz in Kenia Das Kinderkrankenhaus in Kilifi

Aller Anfang war schwer
Ein Bericht von Dr. H. Zarnack

Als ich vor mehr als einem Jahr nach Kenia kam, um hier als Arzt zu arbeiten, war mein Wissen auf dem Gebiet der Kinderheilkunde und speziell der Tropen-Kinderheilkunde noch recht jungfräulich. Es beschränkte sich auf ein bisschen Stückwerk über Malaria, das ich auf der Universität gelernt habe. In Deutschland glauben immer noch viele - sogar noch eine gute Anzahl von Ärzten - dass eine Malaria Tropica mit größter Wahrscheinlichkeit zum Tode führt. Und auf einmal fand ich mich auf einer Station voll mit Kindern wieder, die nach vorherrschender Meinung ausnahmslos dem Tode geweiht waren, da alle an dieser so heimtückischen Krankheit litten! Ich lernte allerdings sehr schnell, dass dem nicht so ist und dass die meisten von ihnen ohne Spätschäden nach 2-3 Tagen wieder nach Hause gehen können.

Ich stürzte mich also auf die Arbeit und kämpfte zunächst mit Dosierungsanleitungen, da Medikamente für Kinder nach Körpergewicht verabreicht werden. Nachdem ich diese erste Schlacht gewonnen hatte, musste ich größere Geschütze auffahren: Die Schwestern auf meiner Station stellten sehr schnell fest, dass ich einige Grundkenntnisse in Kiswahili besitze und dass es nicht mehr nötig war, für mich die Aufnahmegespräche zu übersetzen. Ich war also auf einmal allein mit meinen paar Brocken dieser Sprache, die wirklich nichts mit meiner Muttersprache gemein hat. Ich verstand nur Bruchteile der Patientengespräche und musste meine Idee des Gesagten und die wahre Geschichte   mithilfe einer Schwester abgleichen. Heute kann ich diese Gespräche selbstständig führen und muss nur noch selten eine Schwester um Hilfe bitten.

Es ist alles so anders als in Europa
Es gibt hier nur sehr wenig Maschinen, die bei der Diagnose helfen können und man ist auf klinische Erfahrung angewiesen. Eine andere Besonderheit, die dieses Land von Europa unterscheidet, sind die Patienten selbst. Sie kommen oft viel zu spät zu uns, um sich behandeln zu lassen. Ich will die Gründe dafür nicht analysieren, aber ich möchte dazu einige Vermutungen anstellen:

  • Es gibt nur wenige Krankenhäuser und damit werden die Anfahrtwege für den Patienten zum Teil sehr lang. Eine lange Anfahrt kostet Geld, das viele Menschen hier einfach nicht haben.
  • Sie kommen sehr spät, weil der Vater, der das nötige Geld mit nach Hause bringt, nur 1-2 x im Monat erscheint, da er weit entfernt arbeitet.
  • Die Kinder werden in umliegende private "Krankenhäuser" gebracht und oftmals erst spät von dort an uns weitergeleitet.
  • Die Erkrankung wird von den Eltern unterschätzt.

Man muss sich sehr schnell an die Zeilen im Lehrbuch mit der Überschrift "Klinik" erinnern, denn die Ergebnisse der "Arzthelfer" fehlen. Man kommt wieder zurück zu alten Tugenden und lernt, den Patienten anzuschauen und ihm zuzuhören, denn es wäre sehr peinlich, eine einfache Diagnose zu übersehen, weil es genau an dieser Aufmerksamkeit gefehlt hat. Nach einer Weile lernt man dann auch einige Resultate der "Helfer" anzuzweifeln, weil sie einfach nicht mit denen, die man selbst mit den eigenen Sinnen gewonnen hat, übereinstimmen. Man wird viel wachsamer!


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Helfen unter schwierigen Voraussetzungen, aber ohne jede Bürokratie
Wie schon weiter oben erwähnt sind die Möglichkeiten der Apparatemedizin hier sehr begrenzt, aber manchmal ist es einfach notwendig, Maschinen zu benutzen, um den Kindern die bestmögliche Hilfe zukommen zu lassen. Werden hier wichtige Untersuchungen (z.B. ein Computertomogramm) dringend benötigt, weil sie entscheidenden Einfluss auf die Therapie haben, dann wird der Fall mit den leitenden Ärzten besprochen. Die entscheiden dann, ob das Kind nach Mombasa in eine radiologische Abteilung gebracht wird, wo diese Untersuchung gemacht werden kann. Die Kosten werden dann vom Krankenhaus getragen, weil sie in der Regel den Monatsverdienst der Eltern bei Weitem übersteigen!

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